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c5-Senke

Verschlimmerung eines Hörschadens durch unhörbare Töne?

Die c5-Senke ist eine Senkenbildung um 4000 Hz in der Hörschwellenkurve für Sinustöne (Audiogramm). Bei grossen Lautstärken werden immer die Haarzellen der Basilarmembrane im Bereich von 4000 Hz mitbelastet. Bei lauter Musik entsteht ein Hörschaden deshalb zuerst im Bereich von 4000 Hz.

Marderschreckgeräte haben sehr grosse Lautstärken. Unabhängig davon, ob man die Geräte noch hören kann oder nicht, dringt der Schall ins Gehör und belastet auch die Haarzellen im Bereich von 4000 Hz. Man kann das Gehör also auch durch Töne schlechter machen, welche man gar nicht mehr hören kann ...

Audiogramm mit c5-Senke (Seite 10, "Musik und Hörschaden" suvaLiv!)


* Die c5-Senke ist kein Geburtsgebrechen und entsteht auch nicht durch eine Krankheit. Sie ist das Charakteristikum für eine traumatische Hörschädigung. Eine anatomische Gegebenheit kann nie die alleinige Ursache für die Entstehung einer c5_Senke sein.
(Aus der Einleitung "Das Ton- und Sprachgehör bei Lärmschäden des Ohres" von Prof. Dr. med. Peter Plath)

Frequenz der c5-Senke

Eine c5-Senke entsteht bei den meisten Personen um 4 kHz. Die genaue Frequenz kann stark varieren. 70 Soldaten wurden zwei Minuten lang einem Schmalbandgeräusch (2-4 kHz) von 110 dB ausgesetzt. Bei einem Viertel von ihnen resultierte eine c5-Senke. Verteilt auf die Frequenzen 3 kHz, 4 kHz und 6 kHz.
(Aus "Das Knalltrauma“ von Prof. Dr. med. Friedrich Pfander, Seite 74 Mitte )


Die c5-Senken bei 3 kHz und 4 kHz könnte man theoretisch noch den Frequenzen aus dem Schmalbandgeräusch zuschreiben. Die 6 kHz Frequenz war jedoch im Geräusch gar nicht enthalten und trotzdem entstand bei 8 Rekruten die c5-Senke bei 6 kHz. Die c5-Senke entsteht definitiv durch lauten Schall. 

Entstehung der c5-Senke

Jede Frequenz hat in der Gehörschnecke im Innenohr ihre eigene Empfangsstelle. Die höchsten Töne werden zuäusserst empfangen, die tiefsten Töne zuinnerst in der Gehörschnecke.

(Graphik von Seite 8 aus suvaLiv! Dokument "Musik und Hörschaden")
            


Die Gehörschnecke ist mit einer Flüssigkeit gefüllt. Eine Frequenz erzeugt im Innenohr eine Wanderwelle, die ihr Maximum auf der Empfangsstelle für diese Frequenz hat. Eine Wanderwelle bleibt jedoch nicht stehen, sie wandert weiter. Bei der Empfangsstelle für die Frequenz 4000 Hz haben alle Wanderwellen einen gemeinsamen Schnittpunkt. Diese Empfangsstelle wird bei jeder anderen Frequenz mitbelastet. Eine durch Lärm verursachte Schwerhörigkeit beginnt hier. Als erstes wird der Ton c5 (4096 Hz) schlechter gehört. Daher der Name c5-Senke.

Auch wenn man für Marderschreckgeräte bereits taub geworden ist, entsteht im Innenohr eine Wanderwelle. Es ist also ein Irrtum zu glauben, bloss weil man Ultraschallgeräte nicht mehr höre, würden sie einem keinen Schaden zufügen. Man ist den Dingern lediglich schutzlos ausgeliefert, weil sie irgendwo in einem Garten stehen oder einem parkierten Auto eingebaut sein können. Ohne dass wir davon etwas bemerken.


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