Einen Kilometer in einer Minute oder hundert Kilometer in einer Stunde. Aber hundert Kilometer in einer Minute? Überträgt man solche Relationen in den "Mikrokosmos" des erbsengrossen Innenohrs, dann wird sehr schnell klar wie mit Schreckgeräten unseren Kindern das Hörvermögen für die sehr hohen Frequenzen genommen wird. Nur drei einfach nachvollziehbare Fakten kombinieren und schon ist die Wirkungsweise von Schreckgeräten erklärt.

Erstens: Wenn wir etwas hören, dann bewegen Schallwellen in unserem Innenohr Flimmerhärchen hin und her. Zweitens: Je mehr Dezibel wir haben, desto grösser werden die Schallwellen und umso weiter werden auch die Flimmerhärchen hin und her bewegt.
Drittens: Die Frequenz sagt aus wie viele Schallwellen in einer Sekunde Platz haben. Je höher die Frequenz, desto kürzer wird die Zeit in der die Flimmerhärchen einmal hin und her bewegt werden. 

Schreckgeräte senden sehr viel Dezibel auf sehr hohen Frequenzen. Für die Flimmerhärchen bedeutet das weite Bewegung, sehr kurze Zeit. Mit geläufigen Distanz und Zeit Angaben würden wir die entstehenden Belastungen sofort erkennen. Einen Kilometer in einer Minute oder hundert Kilometer in einer Stunde ist ok. Aber hundert Kilometer in einer Minute? Selbst wenn dafür technische Lösungen vorhanden wären, die dabei entstehenden Beschleunigungskräfte würden die Passagiere nicht überstehen. Nanometer und Mikrosekunden sind zwar winzige Grössen, die entstehenden Belastungsverhältnisse sind die gleichen wie wenn wir mit gewohnten Grössen rechnen.

Entfernt man sich nicht sofort aus dem Nahbereich eines Schreckgerätes, dann werden die Flimmerhärchen von den Schallwellen mehrere zehntausend mal mit sehr hohen Beschleunigungskräften hin und her gerissen. Etliche Flimmerhärchen werden dabei abgebrochen oder sogar ausgerissen. Die Zerstörung verursacht Schmerzen. Katzen rennen, Kleinkinder weinen, grössere Kinder halten sich die Ohren zu. Nach jeder Begegnung mit einem Schreckgerät werden Schreckgeräte schlechter gehört. Sind alle Flimmerhärchen im Hörbereich für die Schreckgeräte zerstört, dann werden die Geräte überhaupt nicht mehr gehört und es findet auch keine schmerzhafte Zerstörung mehr statt. Die Geräte werden wirkungslos. Kein Grund zum Rennen, kein Grund zum Weinen, kein Grund die Ohren zu zuhalten.